Sonntag, 13. November 2016

Meine Zeit im Backzelt - Das Grosse Backen 2016

Ja ihr Lieben, da hatte ich was angestellt: Haben die mich von Tower Productions doch tatsächlich mit meinen 9 anderen Mitstreitern ins Backzelt in die schöne Uckermark eingeladen. Ich hatte dann die Wahl mit dem Flieger, der Bahn oder dem eigenen Auto anzureisen. Und da man uns erlaubt hatte auch eigenes Werkzeug und z.b. selbstgemachte Liköre oder Marmeladen mitzubringen, dachte ich mir, fahr doch einfach mal mit dem Auto... Sind ja nur schlappe 700 km. Da seht ihr mal wie backverrückt man sein muss um sowas zu machen.
Anreise sollte an einem Freitag sein und erst lief alles richtig gut. Wer mich kennt (Agnes und Sabrina werden es mittlerweile bestätigen können) weiß, dass ich so langsam wie ein Schnecke auf der Autobahn fahre. Aber ich kam recht gut durch und träumte schon vom nachmittäglichen Tässchen Kaffee im Hotel Döllnsee und vielleicht einem kleinen Ausflug zum Badesee und einem Treffen mit den anderen Bäckern...
Leider wurde ich aber von der Wirklichkeit eingeholt wurde und das nur 150km vor dem Ziel, wo ich in eine Autobahn Vollsperrung kam... Ich habe für 2km schlappe 7! Stunden gebraucht und mein Thermometer im Auto zeigte 44 Grad an, die Sonne knallte (meine Fondant Deko schmolz dahin...) und mein Tank wurde langsam leer, also musste ohne Air Condition weiter ausgeharrt werden und glücklicherweise schenkte mir eine nette Nachbarin nach ein paar Stunden eine Flasche Wasser... Glaubt mir ich wusste erst dann wie gut lauwarmes Wasser ohne Kohlensäure schmecken kann. Irgendwann konnte ich dann von der Autobahn abfahren und über die Landstraße Richtung Döllnsee kriechen. Ich war unterwegs froh an einer Tankstelle vorbeizukommen und hab dort auch noch einen Schokoriegel ergattern können. Ich kann euch nur soviel sagen: Ich bin morgens um 7:30 Uhr in Stolberg los und kam abends um 23:35! Uhr in Döllnsee an... Ich habe natürlich niemanden mehr vom Team oder den anderen Mitbäckern gesehen, hab meinen ganzen "Pröll" alleine aufs Zimmer geschleppt, der Nachtportier war sehr unleidlich - Und die Flurbeleuchtung auf der Etage defekt - Ach ja zu Essen gab es auch nichts mehr... Aber dafür wurden wir am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe abgeholt. Ihr könnt euch ja denken wie ich da ausgesehen habe!

Am Samstag morgen saß ich dann erst einmal alleine im Restaurant und hoffte die anderen Mitbäcker endlich kennen zu lernen. Ganz ehrlich es war wie am ersten Schultag in einer neuen Schule... Ich war super aufgeregt. Sabrina war dann die Erste die mir über den Weg lief. Da wir uns schon in Köln unterhalten hatten, gab es erst mal ein großes Hallo und sie bat mich an den großen Tisch, den sie und der liebe Nico schon für alle reserviert hatten. Ob ihr es glaubt oder nicht, nachdem die anderen alle so langsam eingetrudelt waren: Agnes, Sebastian, Sarah, Julia, Ebru, Julie und Hans-Jürgen mit seiner reizenden Frau Eva... Leute ich sag euch da kam ich mir wirklich wieder vor wie im Landschulheim, wir hatten direkt einen Draht zueinander, es wurde gelacht, erzählt und richtig Spökes gemacht. Die Aufregung war uns allen anzumerken, aber die Freude und Begeisterung machte einfach alles wett. Nach einem entspannten Frühstück wurden wir in zwei großen Mercedes Vitos... - Darf ich das hier erzählen oder ist das Schleichwerbung? - Von unseren lieben Chauffeuren in das ca. 20 Minuten vom Hotel entfernte Schloss gefahren in dem das Zelt jedes Jahr im wunderschönen Park aufgebaut wird.
Dort angekommen waren wir alle erst einmal echt überwältigt wie riesig der Aufwand ist solch ein Format auf den Bildschirm zu bringen, war mir ehrlich gesagt nicht bewusst. Es wurde dann die Garderobe für die nächsten Sendungen ausgewählt, wir wurden von ganz lieben und reizenden Make-Up Artistinnen geschminkt - Wer erlebt sowas schon?! - Und wir lernten das ganze große Team kennen. Ich habe selten so viele nette, verrückte und außergewöhnliche Menschen treffen dürfen wie dort in der Uckermark... 
Nachdem wir zurecht gemacht worden waren, hieß es dann erst einmal warten... Ja Warten ist ein Zauberwort beim Fernsehen, ich wusste nicht wieviel Sitzfleisch man dafür haben muss.

Und dann war es endlich soweit wir durften ins größte Backzelt der größten Backshow der Welt und bekamen unsere Backplätze zugewiesen. Hurra!!!
Ich hatte den Platz mit dem blauen Kühlschrank ergattert, in einer ähnlichen Farbe hab ich so ein Teil zu Hause und ich dachte das bringt mir vielleicht Glück. Wir durften uns dann erst einmal ausgiebig umschauen und man hat uns die Backöfen und anderen Geräte die dort so herumstanden erklärt... Mir und Technik erklären: Ich glaube der arme Mensch von Tower Productions der uns in der Gruppe den Backofen anschaulich machte, der dachte wohl der armen Frau ist nicht mehr zu helfen. Aber ganz ehrlich von den Backöfen, Nico hatte seinen direkt Kevin-Jason-Justin getauft... Waren wir alle nicht sonderlich angetan... Aber man hat uns versichert sie seien Top.


Und dann durften wir unsere mitgebrachten Kleinigkeiten in der Küche und Kühlschrank einräumen und uns mit allem ein wenig vertraut machen. Wir wollten garnicht mehr aus dem Zelt heraus und hätten am liebsten direkt los gelegt.

Aber irgendwann hat uns das Team rausgeworfen und wir wurden quasie gezwungen wieder ins Hotel zurück zu fahren, obwohl wir alle nur eines wollten... BACKEN!!!



Nur soviel gesagt, unsere tolle Truppe hat sich auch außerhalb des Zeltes keine Sekunde gelangweilt. Wir haben zusammen gegessen, haben bis in die Nacht hinein gequatscht und man hatte immer ein offenes Ohr, egal wen man angesprochen hat. Bitte lacht nicht, ich hatte das Gefühl wir waren innerhalb kürzester Zeit eine eingeschworene Gemeinschaft und ich habe beim besten Willen, keinen der anderen Neun als Konkurrenz sehen können.
Ich glaube das ist auch der Grund warum wir alle noch so einen schönen Kontakt, auch über die Sendung hinaus, zueinander haben... Das wünsche ich der Backtruppe im nächsten Jahr auch.


Und dann ist es endlich losgegangen... Und ich hatte mir ärmellose Oberteile eingepackt, ich dachte bei über 400 Scheinwerfern im Zelt und warmen Sommerwetter wäre das eine gute Idee von mir. Leider ist dieser Schuss nach hinten losgegangen, ganz ehrlich als ich mich im Fernsehen gesehen habe, dachte ich "Oh Gott ein Michelin Männchen!". Aber wir waren ja nicht bei "Germany's Next Top Model", sondern - dem Himmel sei Dank - bei "Das Grosse Backen"...

© SAT. 1 / Claudius Pflug
Ich will nicht hinter'm Berg halten, die ersten beiden Drehtage, an denen wir 10 Personen jeweils 3 verschiedene Backwerke herstellen mussten waren super lang, sehr anstrengend aber vorallem unglaublich toll, aufregend und einfach wunderbar.
Los ging es mit unserem Lieblingskuchen. Da hatte ich mir ein Blaubeer Vanille Törtchen ausgesucht. Erst als Betty, unsere so nette und kompetente Jurorin, neben mir stand und meinte: "Frischkäse Frosting, hier bei der Hitze unter über 400 Schweinwerfern... Hoffentlich wird die schön feste und streichfähig?!". Da wurde mir für einen Moment richtig mulmig. Und Betty sollte ein wenig Recht behalten, an einer Seite meines kleinen Törtchens trat ein wenig der frisch gekochten Blaubeerfüllung aus und schmierte in die äußere weiße Buttercreme Schicht hinein. Das war aber eigentlich schon alles was bemängelt wurde. Die Böden mit frischen Blaubeeren, die Blaubeer Fruchtfüllung mit Südtiroler Blaubeer-Likör und die Vanille Frischkäse Buttercreme kamen bei Betty und Christian super an... Ja da freut sich das Hobbybäcker Herz. Das wir für dieses erste Törtchen gerade mal 2 Stunden Zeit hatten (und ja, es sind dann wirklich nur 120 Minuten!)... Schwamm drüber, es hat ja irgendwie geklappt, obwohl ich in diesen kurzen 2 Stunden ständig dachte: "Was machst du hier, du wirst nie fertig...
Oh Gott was hast du dir dabei gedacht dich hier anzumelden...
Die Leute hier müssen denken du bist Irre...".
Da ich ja ständig irgendetwas gesucht habe! Aber die 1. Prüfung mit Erfolg gemeistert.. Und nach einer kurzen Mittagspause hieß es: Weiterbacken!

Ihr Lieben, dann begann mein persönlicher Albtraum. Wir sollten in 2 Stunden einen mit Champagnercreme gefüllten Croque en Bouche zaubern... Ja, der Zauberer der mir dieses Ding backen könnte, wäre mir in diesem Moment sehr lieb gewesen. Wenn ich euch sage, ich habe das Rezept vor lauter Aufregung nicht richtig gelesen und nicht gesehen das dieses Mistding Innen drin hohl sein sollte. Ich war zudem so aufgeregt und auch schon ein wenig kaputt, das ich nicht gesehen habe, wie die anderen Neun diesen Turm zusammengesetzt haben... Hätte ich bloß mal richtig bei Sebastian hingeguckt , der so lieb war Julia ein wenig beim Bauen zu helfen... Er hat mir auch noch einige Bällchen gefüllt - Danke nochmal an dieser Stelle... Ich habe ehrlich nicht gedacht überhaupt irgendetwas fertig zu bekommen. Ich sag euch, meine Champagner Creme war so fluffig, die Bällchen wurnderbar gebacken und super gefüllt - Und das verdammte Ding einfach viel zu klein, weil ich alle Windbeutel wie blöde auf die Platte geklebt habe. Soll ich noch erwähnen das ich einen tollen Karamell hatte und sogar Zuckerfäden? Hab mir ja auch reichlich die Finger daran verbrannt, nur so nebenbei. Aber da war ich nicht die einzige, Agnes hatte glaube ich sogar Brandblasen an den Händen.

Aber ich sage es euch noch einmal, dieser Turm des Grauens auf meiner Kuchenplatte war einfach viel, viel, viel zu klein... Ich hab die vorgeschriebenen 25cm nicht erreicht! Sabrina hat es bei diesem Ungetüm mit Himbeeren versucht auf die Höhe zu kommen und diese auf dem Croque en Bouche mit Karamell hochgeklebt. Hat auch nichts genutzt... Auch keine 25cm!

... Glaubt es oder nicht, ich überlege tatsächlich noch einmal so einen Turm des Grauens zu backen!


© SAT. 1 / Claudius Pflug
Also dritte und letzte Prüfung war dann am nächsten Tag unsere persönliche Visitenkarte an der  Reihe. Da hab ich nicht lange überlegen müssen und meine Zitronenböden mit Swiss Meringue Buttercreme, selbstgemachtem Lemon Curd, frisch gekochter Himbeer Rosen Füllung und gehackter Himbeer Vanille Schokolade von Lindt gebacken. Für diese Prüfung hatten wir 5 Stunden Zeit (auch in diesem Fall lediglich 300 Minuten!), hört sich viel an: Aber Böden backen, Cremes und Fruchtfüllung zubereiten, Ganache herstellen und dann das Ganze auch noch mit Fondant beziehen und dekorieren... Glaubt mir da kommt man ganz schön ins Schwitzen. Ich muss aber hier ehrlicher Weise sagen, diese Torte ist mir sehr gut von der Hand gegangen. Mit der Zeit bin ich super zurecht gekommen und konnte mir für das Füllen und Dekorieren genug Zeit nehmen. Man sollte sich für die Highlight Prüfungen wirklich etwas vornehmen von dem man sicher ist es in dem strengen Zeitrahmen auch hinzubekommen. Und dann hieß es wieder: Warten... Die Kuchen werden fotografiert, es werden O-Töne von den Kandidaten gemacht und und und...

... Es werden "verliebte Blicke" auf die Backwerke von jedem Kandidaten aufgenommen. Bei mir war an diesem Tag der Drehkran der Kamera defekt und es dauerte und dauerte... Ich hab so auf meinem Hocker gesessen und gedacht, hoffentlich löst sich mein armer Kuchen nicht auf.... Und es dauerte immer weiter, da dachte ich, spar dir die verliebten Blicke auf den blöden Kuchen und mach mal für ein paar Minuten die Augen zu... Bin aber nur leicht eingedöst. Auf einmal hör ich den lieben Stephan von Tower rufen: "Das gibt es doch garnicht, Marion schläft auf dem Hocker...", ich schwöre euch - Meine Augen haben sich nur ausgeruht!



© SAT. 1 / Claudius Pflug

... Das war mein Blaubeertörtchen...

Meine Sommer, Sonne, Sand und Meer Torte ist super angekommen und Christan Hümbs zeigte sich nach den Aufnahmen schwer begeistert vom Geschmack des Törtchens. Das hat mich natürlich riesig gefreut. Das einzige was Betty mir angekreidet hat war das ich Moulds für die Fondant Deko benutzt habe... Aber in 5 Stunden - Und ich weiß es ich bin nicht der absolute Super Knetkünstler -man muss auch ehrlich gestehen was man kann und nicht. Wenn ich es mir etwas leichter machen kann, finde ich Moulds einfach super praktisch und schön. Punkt!


Nach diesen beiden Backtagen bekam Julia die rote Schürze und leider musste uns der so liebenswerte und etwas chaotische Nico verlassen, das tat mir so leid, er ist einfach ein super feiner Kerl... Da waren's nur noch 9.

Die nächste technische Prüfung war von Christian Hümbs ausgesucht, Schaumküsse mit einer Himbeeren im Inneren. Wer bitteschön kommt auf sowas, Ebru meinte die Dinger würde sie immer  im Discounter kaufen...Wie sollte man sowas selber machen, also von uns hatte das noch keiner gemacht.
Dann lief die Stoppuhr wieder und es hieß: Waffeln backen, ausstechen, Schaummasse herstellen, Schokolade temperieren und alles zu einem Schokokuss zusammen bauen und nach Möglichkeit in der Zeit fertig werden. Ich hatte solche Angst das meine Schokolade nicht fest werden würde. Ich war zu diesem Zeitpunkt auch wieder in der Lage mal ein wenig um mich herum zu schauen, da hab ich gesehen das die meisten von uns, kleine hübsche Swirls mit der Schaummasse aufgespritzt haben. Aber so sieht ein Küsschen ja eigentlich nicht aus, also hab ich mich für etwas kuppelartiges entschieden, aber als die Dinger nachher vorne am Jury Tisch standen, hab ich diese Entscheidung wirklich bereut, ich fand die Swirls so schön. Betty und Christian hatten aber ein anderes Wort dafür, sie meinten der eine oder andere würde wie ein Kackhäufchen aussehen... Platz 1 in der technichen Prüfung - Ich konnte mein Glück kaum fassen. Das lässt einen leichter in die weitere Prüfung gehen... Und die hatte es in sich!


... Ein Dripping Cake in 2,5 Stunden sollte es sein... Sehr wenig Zeit für einen so aufwendigen Kuchen. Aber an seinen Herausforderungen wächst man ja... Boah war ich aufgeregt! Ich habe Schokoböden gebacken, Orangen-Rosmarin-Wacholderbeeren Marmelade gekocht, Ganache gekocht und Swiss Meringue Buttercreme hergestellt. Dazu Berge von Orangenschalen mit einer Mini Reibe abgehobelt... Und habe es tatsächlich in der vorgegebenen Zeit geschafft (hier findet ihr das Rezept). Mein kleines Törtchen kam super an, Betty gefiel die appetitliche Farbe und der schöne Drip, die Deko war fein und der Geschmack super; Christian war von der Fruchtfüllung begeistert. Was soll ich sagen, rote Schürze für mich, was mir richtig Angst machte... Im letzten Jahr sind alle mit der roten Schürze in der nächsten Woche rausgeflogen - Und leider musste die liebe Sarah wieder nach Hause in die Schweiz fahren... Sie hatte mit ihren beiden Backwerken leider Pech gehabt, es klappte nichts wie sie wollte, wer kennt das nicht bei sich selber: Wenn der Wurm drin ist...




Mit 8 Bäckern sind wir dann ins Oktoberfest Backen gezogen. Leider war ich so blöde, meine fesche Lederhose und Karobluse zu Hause zu lassen. Da war ich wirklich traurig, weil die anderen alle so fesch aussahen... Und ich mal wieder ärmellos... Denkt dran wenn ihr selber mal im Zelt backt: Ärmel!!!

Als technische Prüfung mussten wir eine Schoko Tarte mit Karamell Kern backen... Etwas was bei mir zu Hause keiner essen würde. Ist meinem Mann zuviel Schokolade und viel zu süß. Diese Tarte war ein absoluter Albtraum. Der Mürbeteig - ich hatte ihn nicht eingestochen und auch nicht mit Backperlen belegt weil das im Rezept nicht verlangt wurde - beulte sich nach kurzer Zeit im Backofen in der Mitte auf und der Rand klappte runter: Super! 
Ich also den Backofen aufgerissen, den Rand wieder angeklatsch und mit einer Gabel wie eine Irre auf den Teigboden eingestochen um die Luftblase rauszulassen und das alles während die Kamera läuft und dich jemand fragt, was du falsch gemacht hast. Die Karamell Füllung ist mir prachtvoll gelungen, die Ganache sah auch gut aus. Also hab ich versucht den Boden so schnell wie möglich abzukühlen und dann zu füllen. Das klappte eigentlich ganz gut, der Karamellkern trat nicht aus und die Ganache ließ sich gut aufgiessen. Da war nur ein Problem, die Zeit war super knapp, die Schokolade konnte in der Wärme der Scheinwerfer und des Zeltes nicht richtig anziehen und blieb sch... flüssig. Das nicht nur bei mir sondern (bis auf Julia) bei allen anderen Mitbäckern. Julia hatte es technisch cleverer gemacht und die Ganache anziehen lassen und diese nur recht dünn auf die Karamellmasse gegeben. Sie war zwar nicht glatt auf der Oberfläche war aber als Einzige fest geworden... Zudem hatte sie auch einen schönen knusprigen Mürbeteig, also verdient 1. Platz in der technischen Prüfung.

Und dann kam am nächsten Tag die Oktoberfest Torte, 5 Stunden Backwahnsinn. Ich hatte ja schon gehört was die anderen backen wollten, der Wahnsinn! Ich selber hatte mich für Weizenbier-Bananen Bisquitböden entschieden, mit Erdnuss Buttercreme, karamelisierten Salzerdnüssen und Vollmilch Ganache. Das Ganze sollte dann wie ein Bierfass aussehen (das Rezept gibt es hier für euch)... Viel Arbeit - Wenig Zeit...

Ich musste 2 x 3 26er Böden backen, als die ersten im Backofen waren hab ich die Erdnuss Buttercreme gemacht und die wurde und wurde nicht richtig fest. Ganache war fertig in der Schüssel, da waren die nächsten 3 Böden an der Reihe und mussten abgebacken werden. Erdnüsse karamelisieren und dann aufpassen das mir das Team die Buttercreme und Erdnüsse nicht vom Tisch klaut... Ich bin richtig ins Schwitzen gekommen. Das Riesending dann füllen, stapeln... Das ging noch irgendwie. Aber ich stellte fest das ich das Fässchen nicht zuschneiden konnte, die Böden und die Füllung waren einfach zu weich. Also hab ich das Beste daraus gemacht, habe eingedeckt, in einem großen Fondantstück... Betty stand daneben und meinte: "Das Ding willst du wirklich so eindecken, schaffst du das?"... Ja ich hab's geschafft und Betty fand es klasse. Dann musste das Ganze noch mit Puderfarbe bearbeitet und ausdekoriert werden. Ich habe im Leben nicht gedacht, das 5 Stunden so schnell vorüber sein können. Den beiden Juroren war zu wenig Banane in der Torte und Betty meinte ich hätte das Fass besser in Form geschnitzt, da hab ich ehrlich gesagt: "Würde ich zu Hause auch so machen, aber nicht mit so weichen Böden und Cremes"... Julia hat an diesem Tag die rote Schürze zurück bekommen und der liebe Hans-Jürgen, der Ruhepol in unserer Gemeinschaft, musste leider gehen.



Stephan, der Mann mit den geilsten Socken "ever" und Produktionsleiter von Tower, mit Sabrinas super coolem Brathähnchen.
"WAHNSINN", ihr Lieben das ist hier an dieser Stelle ein Insider-Witz, der liebe Stephan wird ihn verstehen!!!


Und dann kam mein letzter Tag im Backzelt...
Als technische Prüfung hatte sich Betty, Schillerlocken aus Blitzblätterteig mit Eierlikörsahne ausgedacht. Also Blätterteig zählt nicht zu meinem Lieblingsgebäck und selbstgemacht hab ich das Zeug noch nie vorher in meinem Leben. Ebru meinte, den Kauf ich immer fertig im Aldi... Und in zwei Stunden sollten wir fertig sein. Zusätzlicher Wunsch der Jury die Dinger sollten 16 cm lang sein. Was soll ich euch sagen: Ich hatte wie üblich Probleme mit der Länge (wir erinnern uns an den Turm des Grauens in der ersten Folge)... Meine Schillerlocken waren zwar gut gebacken, aber zu klein. Die Eierlikörsahne war perfekt laut Christian und meine Schokoglasur nicht 100% schön. Was soll ich sagen Mittelfeld in der technischen Prüfung.
Dann galt es Käsekuchen einmal anders zu backen und zu präsentieren. Ich hatte mir dazu einen Karotten Käseküchen mit karamelisierten Nüssen und Zimtsahne Sauce überlegt... Aber an diesem Tag war der Wurm bei mir drin. Ich kam mit der Zeit ins Schleudern, meine Backbleche knallten in den Ofen. Die Möhren waren weich und ließen sich nicht gut mit der Hand reiben, also habe ich weniger davon in den Teig getan und statt Haselnüssen hatte ich Walnüsse bekommen... Aber meine Schuld, ich habe damit gebacken ohne daran zu denken, dass die einfach viel intensiver als Haselnüsse sind. Christian meinte zuwenig Möhren, zuviel Nuss Geschmack und meine Käsekuchen Blümchen sähen zu einfach aus... Ganz ehrlich die anderen hatten ihre Käsekuchen super schön dekoriert und präsentiert. Pech gehabt, ich war vom Geschmack meines Kuchens zu sehr überzeugt gewesen.. Und hab das Äußere, das Auge isst ja bekanntlich mit, außer Acht gelassen. Ihr Lieben, ich war so taurig darüber das ich das Rezept zu Hause noch einmal überarbeitet habe und hier auf meinen Blog gestellt habe (hier)... Damit wäre ich sicher weiter gekommen... Aber so ist das Leben, die liebe Agnes hat mit ihren schönen Schillerlocken und ihrer feinen Käseplatte verdient die rote Schürze erobert... Und ich habe meine sieben Sachen gepackt und bin nach gut 1,5 Wochen wieder nach Hause gefahren.



Zum Finale waren wir dann aber alle wieder vereint, bis auf Sarah, die Arme lag mit einer schweren Angina, zu Hause in der Schweiz und durfte nicht kommen. Ja und da haben wir alle zusammen noch gefeiert und Agnes zu ihrem phänomenalen Sieg gratuliert... Und natürlich alle Hochzeitstorten probiert!


Ich kann nur jedem, der das Backen liebt und gerne einmal bei "Das Grosse Backen" dabei sein möchte, raten sich zu bewerben (für die nächste Staffel könnt ihr das hier machen) und wenn es klappt die Chance zu nutzen und dabei zu sein.
Ihr müsst natürlich im Vorfeld fleißig sein und euch tolle Rezepte überlegen und ausarbeiten, abschreiben aus dem Internet oder bekannten Backbüchern ist natürlich nicht erlaubt. Auch sollte man das kleine 1x1 des Backens beherrschen, im Nachhinein würde ich noch mehr Basics üben... Und ein wenig Zeit für die Dreharbeiten solltet ihr auch haben. Wenn ihr bis ins Finale kommt müsst ihr schon gut mindestens zwei Wochen Zeit einplanen, aber die Show ist es wert!
Ihr werdet viel über euch selber lernen. Lacht bitte nicht darüber, mich hat das Backzelt selbstbewusster gemacht was mein Backen selber betrifft, ich habe mit Ü50 meinen Backblog begonnen und werde ab Januar in meiner Heimatstadt Stolberg, Backkurse in einer Familienbildungsstätte geben. Alles Dinge von denen ich nie gedacht hätte das zu können und auch tatsächlich zu machen. Von den anderen Mitbäckern im Zelt und von Betty und Christian habe ich viel lernen dürfen... Ich sage euch ehrlich ich war sehr traurig gehen zu müssen. Nicht weil ich die 10.000€ gewinnen wollte oder das Backbuch - Nein ich wollte einfach immer nur weiterbacken und alle Rezepte präsentieren die ich mir mit soviel Liebe und Herzblut ausgedacht hatte.

So, jetzt hab ich schon fast einen ganzen Roman geschrieben und hoffe, dass ich euch mit meinem ganz privaten Einblick ins Backzelt nicht gelangweilt habe.
Alles Liebe... Und lasst den Backofen nicht ausgehen,
Eure Marion

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