Donnerstag, 14. Januar 2021

Nuss Gugelhupf

Ihr Lieben, kennt ihr es auch noch? Den Sonntags-Nachmittag Rodonkuchen oder Gugelhupf, den es in meiner Kindheit jedes Wochenende oder zu Geburtstagen gab? Meine Mama hat ihn immer schon am Samstag Abend gebacken und dann stand er zum Auskühlen in der Küche und als kleiner Mocks wurde man vom himmlischen Duft aus der Küche regelrecht magisch angezogen. Schon im Pyjama und frisch gebadet saß man mit einer Limo auf dem Sofa und hätte zu Ilja Richters "Disco" oder der "Hitparade" die im Fernsehen lief, einfach zu gerne schon ein Stück des Kuchenglücks abgesäbelt und vernascht. 
Aber nix mit Gugelhupf zu Bye, Bye Baby oder Sugar Baby Love! Meine Mutter wachte mit Argusaugen über ihren Rodonkuchen und selbst mein Vater bekam einen Klapps auf die Finger wenn er einen Naschversuch starten wollte. Denn am nächsten Tag, dem Sonntag wurde die Köstlichkeit entweder noch dick mit Puderzucker übersiebt oder - und das mochte ich als Kind ganz besonders - mit einem Schoko-Guss veredelt. Dann hieß es nur noch auf Oma und Uroma zum Nachmittagskaffee warten und endlich durfte man das Prachtstück anschneiden.
Auch wenn ich mir heute die tollsten Torten selber backen kann, diese Zeit wünsche ich mir ab und an noch einmal zurück, bitte lacht nicht über mich. Das ist einer der Gründe warum ich Gugelhupfe so sehr liebe, sie sind einfach zu machen, schmecken immer himmlisch lecker und sind Kindheitserinnerung "Pur" für mich. Heute will ich euch deshalb ein super leckeres Nusskuchen Rezept mit euch teilen, den hat schon meine Oma Maria und meine Mama gemacht und ich kann euch verraten "er ist einfach wunderbar" und natürlich gibt's einen extra leckeren Schoko-Guss dazu. Das ist doch wohl Ehrensache! Jetzt aber schnell, holt schon mal eine Gugelhupf oder Rodonkuchen Form aus dem Schrank, wir fangen an.








Zutaten
für 1 große Gugelhupfform:
225g Mehl (Type 405 oder 550)
180g gemahlene Haselnüsse (Alternativ könnt ihr auch Walnüsse, Mandeln oder eine Nussart wählen die ihr besonders mögt oder gut vertragen könnt)
1gehäuften Teelöffel Backpulver
1/2TL Salz
65g Puderzucker 
6 Eier Gr. L
1TL Vanillepaste 
250g weiche Butter 
150g Zucker
1EL Rum (Alternativ Amaretto o.ä., der Alkohol verfliegt beim Backen und wirkt wie ein zusätzliches Triebmittel im Teig)


Zubereitung:
Backform fetten und leicht mit Mehl oder Semmelbröseln ausstreuen. Bitte die Eier vor dem aufschlagen und trennen in Eiweiß und Eigelb für ca. 10 Minuten in sehr warmes Wasser legen. Backofen auf 160 - 170 Grad Umluft vorheizen. Die Eiweisse mit dem normalen Zucker fest aufschlagen, aber nicht so steif wie für Baisers! Ist die Masse zu fest lässt sie sich später schlechter unterheben. Den Eischnee zur Seite stellen.
Eigelbe, Puderzucker, den Esslöffel Rum und Vanillepaste schaumig aufschlagen lassen. Die sehr weiche Butter in kleinen Stücken, Portionsweise dazu geben und alles zu einer ganz feinen, glatten Masse verrühren lassen. Mehl, Nüsse, Backpulver und Salz in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen sehr gut verrühren. Nun die Hälfte des Eischnees vorsichtig unter die Eigelb-Buttermasse heben, das geht mit einem Küchenspatel am besten. Danach die Mehl-Nuss Mischung sanft unterheben. Zum Schluss den restlichen Eischnee ebenso mit Gefühl dazu geben um nicht zu viel Volumen heraus zu rühren. Den Teig  in die vorbereitete Form gebe, glatt streichen und auf mittlerer Schiene im vorgeheizten Ofen ca. 55 - 60 Minuten goldbraun backen lassen. Stäbchenprobe nicht vergessen!
Bei Silikon und wie hier Metall-Backformen lasse ich die Kuchen immer komplett in der Form auf einem Kuchenrost sehr gut auskühlen, ehe ich sie stürze. Dann komplett erkalten lassen und als Vorbereitung für den Schoko-Guss, gerne für 1 Stunden den Gugelhupf in den Kühlschrank stellen.


Für den Guss:
250g Kochschokolade/Blockschokolade (die gibt es z.Bsp. bei Netto)
250g flüssige Sahne


Zubereitung:
Bitte hier auf alle Fälle nur die einfache Blockschokolade verwenden, sie lässt sich für solch schöne, glänzende Schoko-Überzüge am besten verwenden. Die Schokolade klein hacken und die Sahne in einem Topf aufkochen lassen. Blockschokolade dazu geben und unter ständigem Rühren, auf nicht mehr zu hoher Hitze etwas einköcheln lassen. Die Masse wird ganz glänzend und dickflüssig im Topf. Am besten in einen Rührbecher mit Ausgießer geben und so lange abkühlen lassen bis der Guss sich nur mehr lauwarm anfühlt und richtig dicklich wird. Zwischendurch immer mal durchrühren. 
Mein Tipp zum überziehen des Kuchens mit der Glasur: Nehmt ein Blech und legt es mit Backpapier aus. Eine Schüssel herumgerdreht, darauf stellen die so groß ist das der Gugehupf dort gut Platz findet, aber der Guß ungehindert abfließen kann. Den gekühlten Kuchen nun ringsherum mit der Schokoglasur übergießen. Arbeitet langsam und in einem dünnen Strahl von außen nach innen, rund um den Gugelhupf. Nicht erschrecken, wenn sich das innere Loch des Gugel füllt, beim Abheben von der Schüssel läuft der Guss später ab. Eventuelle Stellen am unteren Teil des Kuchens, an die die Glasur nicht gelaufen ist. Mit einem Pinsel nacharbeiten. Kurz stehen lassen. Dann den Gugelhupf mit 2 Paletten oder einem Tortenretter auf eine Kuchenplatte setzen. Komplett fest werden lassen. Die Reste der Glasur kann man mit dem Backpapier in eine kleine Dose geben und weiter verwenden. Der Gugelhupf ist super saftig, herrlich locker und hält mehrere Tage frisch.




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