Montag, 4. Oktober 2021

Mein Schiff Artisan Brot

Ahoi, ihr Landratten. Heute heisst es auf dem Kaffeeklatsch "Alle Mann an Bord". Denn ich will euch gerne zu einer ganz kleinen Seereise mitnehmen. Natürlich kann ich selbst bei nur einer Woche Urlaub die Hände nicht vom Teig lassen und habe bei einem Artisan-Brot Workshop auf der Mein Schiff 5 mitgemacht. Wie es dazu gekommen ist das ich dieses Jahr doch noch zu einer Reise gemeinsam mit meinem Mann Jürgen gekommen bin erzähle ich euch im Verlauf meines Berichtes. Das wichtigste aber schon mal vorweg: Ich kann euch das Original Rezept aus der Kombüse für das himmlisch leckere Artisan Brot verraten. Das mal selber zu Hause zu backen, lohnt sich auf jeden Fall. Selbst für nicht so geübte "Brotbäcker" geht das ganz einfach. "Na denn man tau!" Holt die Rettungsringe raus oder doch besser die Gärkrörbchen für's Brot, wir lichten den Anker und fahren los.

Nach einem für mich mehr als bescheidenen Jahr, im Juni habe ich eine große Operation und anschließende wochenlange Reha hinter mich bringen müssen, habe ich meinen Göttergatten doch tatsächlich überreden können, mit mir doch recht spontan eine Woche auf Schiffsreise zu gehen. Obwohl er das seit Jahr und Tag abgelehnt hatte, er hatte immer zuviel Angst vor dem Wasser, vor zu vielen Menschen und Gedränge. Aber ich muss ihm wohl so leid getan haben, das zu diesem Trip hat überreden lassen. Seid also neben dem Brot backen gespannt, ob es meinem Mann tatsächlich gefallen hat. Hier kurz die Route die wir mit der Mein Schiff 5 befahren haben:
Einschiffung in Kreta/Heraklion - Seetag - Rhodos Stadt - Seetag - Piräus/Athen - Seetag - Souda (Chania) - Ausschiffung wieder in Kreta/Heraklion

Auf dem Bild seht ihr das wir in Rhodos vor Anker liegen, im dortigen Hafen fand dann auch der Artisan Brot-Workshop statt. Jetzt aber  nichts wie ran an den Teig, die Brote backen sich schließlich nicht von alleine. 

Ganz wichtig beim Artisan Brot ist, das ihr dem Teig Zeit lasst im Kühlschrank zu ruhen. So lässt er sich nämlich hinterher ganz wunderbar verarbeiten. Hier spricht man von einer "kalten Führung", die dem Hefeteig wirklich richtig viel Zeit lässt, was später beim Backen für eine ganz tolle Konsistenz und Geschmack des Brotes sorgt, außerdem braucht man extrem wenig Hefe. 
Das komplette Rezept findet ihr übrigens weiter unten im Beitrag, denn natürlich habe ich das Artisan Brot auch zu Hause nach dem Mein Schiff Rezept unbedingt noch mal backen wollen. 


Wie man sieht war die Backstube bestens vorbereitet und hat uns einen ganz "ausgeruhten" Teig zum Arbeiten zur Verfügung gestellt. Hier heißt es erst mal, den Teig nach dem herausholen aus dem Kühlschrank nur platt drücken - nicht mehr kneten! 

Für die einzelnen Brote werden die Teigstücke nur zusammen geklappt und nach hinten zu einer Seite gezogen. Daraus dreht man dann eine Art Kugel. 
Ein Hinweis in eigener Sache: Die Maske habe ich nur für die Fotos ganz kurz abgenommen, es wurde dabei zu allen Teilnehmern der Mindestabstand eingehalten, ich bin komplett durchgeimpft, war zudem  getestet und es war Fieber gemessen worden. 



Die Gärkörbchen auf dem Schiff sind mit Leinentüchern die leicht mit Mehl bestreut sind ausgekleidet, so bleibt der Teig nach der Ruhezeit in der Wärme nicht darin kleben. Meine Peddigrohr-Brotkörbchen die ich zu Hause benutze, streue ich lediglich mit Mehl aus. 



Nachdem der Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen durfte und es sich jetzt in den Körbchen bequem gemacht hat, muss er gut abgedeckt mindestens 1 Stunde im Warmen stehen bleiben, damit die Hefe wieder aktiv werden kann. 


Wie ihr sehen könnt sind die Brote auf der Unterseite wirklich nur grob zusammengefasst worden, das habe ich bei mir zu Hause viel zu ordentlich gemacht. 

Mal ehrlich, das ist doch das schöne am Urlaub. Sich mal ganz und gar verwöhnen zu lassen und bei so einer tollen Auswahl hat man die Qual der Wahl und kann jeden Tag etwas Neues probieren. 


Solche schöne, alte Gemäuer findet man überall in Rhodos Stadt und die Delphine im Hafen hätte ich mir zu gerne mit nach Hause genommen. 


Unsere Tochter Vanessa hat meinen Mann und mich auf der Reise  mit einem Romantik Paket überrascht. Dabei hatte sie für uns nicht nur ein tolles Abendessen im Surf & Turf gebucht sondern neben einer Flasche Rosé Champagner auch noch dieses wunderbare Schoko-Herz geordert. So liebevoll in der Patisserie der Küche hergestellt wurde es uns auf die Kabine gebracht. 36! mit Ruby Schokolade überzogene Erdbeeren waren im weißen Schoko-Herz versteckt. Was soll ich euch sagen. Mein Mann Jürgen hat allen Ernstes 30 Stück der Erdbeeren an einem Nachmittag verputzt. Ich will ganz ehrlich sein, mir ist schon beim Zugucken ein bisschen übel geworden. Am Abend hat er dann ohne mit der Wimper zu zucken im Atlantik Classic Restaurant, 5 Gänge gegessen. Ich hatte schon beim Anschauen 1kg mehr auf den Rippen, aber meine bessere Hälfte steckt das einfach so weg. Irgendwie finde ich das mega gemein, dass jemand essen kann was er will. Ich musste mir die gute Bordküche mit morgendlichem Walking auf der Laufstrecke und Schwimmen abtrainieren. 


Was sagt ihr, das ist doch ein Anblick der zum Träumen einlädt, Erholung pur. 

Bevor ich es vergesse, mit diesen kleinen Leckereien sind wir auf der Kabine begrüßt worden. So macht der Urlaub doch schon von Anfang an Spaß. Feinster Trüffel, Pralinen, Ruby Schokolade und Erdbeeren, wer da nicht zugreifen möchte ist glaube ich selber Schuld, oder? 



Wenn man in diesem Moment in der "Außenalster" sitzt, bei einem Gläschen Hugo und den Sonnenuntergang betrachten kann. Was sagt ihr, besser geht es doch nicht. 


Was lange währt, jetzt gibt es das Original Rezept für das Artisan Brot:
- für ca. 3 kleine Brote - 

1000g Weizenmehl (Type 550)
500g Weizenvollkornmehl (lt. Aussage des Bäckers kann man auch Roggen oder Dinkelmehl verwenden)
35g Salz
5g Trockenhefe (Ich habe für meine Brote 1 Pck. 7g Bio Trockenhefe verwendet)
1 Liter Wasser


Zubereitung:
Die ist wirklich simpel und einfach, das einzige was ihr braucht ist ein wenig Zeit und Geduld das Brot entsprechend lange gehen zu lassen. Man kann einen Teil des Teigs auch noch länger als 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahren und so weitere frische Brote backen. In einigen Beiträgen im Internet wird sogar davon geredet das der Teig bis zu 2 Wochen im Kühlschrank lagerbar wäre. Da hat der Bäcker von Mein Schiff aber gesagt, das man den Teig nicht so lange aufbewahren sollte. 2 - 3 Tage höchstens.

Mehlsorten, Salz und Hefe in eine große Schüssel der Küchenmaschine geben. Das Wasser auf ca. 38 Grad erwärmen, also "Handwarm" und während die Maschine mit dem Knethaken zu laufen beginnt, langsam in die Schüssel laufen lassen. Den Teig auf mittlerer Stufe 15 Minuten kneten lassen, es soll ein kompakter aber schön elastischer Teig entstehen. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche kurz durchneten, Hände dabei gut mit Mehl einreiben, zu einer Kugel formen und wieder in die Schüssel legen. Laut Aussage des Bäckers soll man das Brot 3 Stunden abgedeckt gehen lassen dabei aber jede Stunde (also 3x) das Brot herausholen, auf der mit Mehl bestreuten Fläche zusammen kneten und wieder in die Schüssel legen. Nach dreimaligen kneten und gehen lassen, die Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Tag den Teig aus der Schüssel auf eine mit Mehl bestreute Unterlage geben, platt drücken und in drei Stücke teilen. Gärkörbchen mit Mehl ausstreuen. Die einzelnen Teigstücke nun zu runden Teiglingen formen und mit den faltigen Enden/ Rückseite in die Körbchen legen. Mit einem Küchentuch abdecken und noch einmal gehen lassen. Jetzt kommt es darauf an wie warm es bei euch in der Küche ist, die Brote sollten deutlich an Volumen gewinnen. Das kann einige Zeit dauern, nach einer Stunde waren meine Teiglinge noch recht kalt und so habe ich weiter liegen lassen.
Den Backofen auf ca. 250 - 260 Grad vorheizen, wer hat legt einen Pizzastein auf das Blech und schiebt dann die gut aufgegangenen Brote mit der Naht nach oben in den Ofen ein. Mit einer Blumenspritze nun ein paar kräftige Stöße Wasser in den Ofen, über die Brote sprühen. Für 10 Minuten backen, dann die Hitze auf 210 Grad reduzieren und weitere 40 Minuten im Ofen lassen. Die Brote sollten schön aufgehen und eine kräftige Kruste bekommen. 
Wenn ihr ein Brot aus dem Ofen nehmt und auf die Unterseite mit den Fingern kopft sollte sich das hohl anhören, dann ist das Brot durchgebacken. 
Frisch schmecken die Artisan Brote natürlich wie jedes Hefegebäck am besten, sie lassen sich aber auch wunderbar auf Vorrat einfrieren. 





* Hierbei handelte es sich um meinen privaten Urlaub, keine Pressereise. Dennoch möchte ich mich herzlich bei Tui Cruises für die Einladung zum Artisan Brot Workshop bedanken. Ob, was oder wie ich über dieses Extra berichte blieb mir gänzlich selber überlassen.
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5 Kommentare

  1. Hallo Marion, ich bin gerade von meiner Kreuzfahrt zurück und habe mich geärgert, dass ich die Rezeptkarte für das Artisan Brot nicht mitgenommen habe. Ich habe es jetzt nach Deiner Anleitung nachgebacken, das war schon richtig gut. Auf einem Foto von Dir hast Du die Rezeptkarte zum Teil abgebildet, wäre es möglich, dass Du mir diese komplett zuschicken könntest?
    Bei mir hat der Kurs leider nicht stattgefunden, von daher schon mal vielen Dank, für Dein geteiltes Rezept :)
    Viele Grüße
    Steffi

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    1. Hallo liebe Steffi, das von mir gepostete Rezept ist das Original Rezept von der Karte, LG Marion

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  2. Hallo Marion, lieben Dank für Deine Rückmeldung. Dann hast Du die Zubereitung nur etwas ausführlicher beschrieben :) Dann werde ich mal mein Glück versuchen.
    Viele Grüße
    Steffi

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  3. Hallo Marion. Backst du das Brot heute auch noch? Nach dem nun dritten Besuch des Workshops... (Asche über mein Haupt 🤣) hab ich es endlich auch geschafft, das Brot zu backen. Aufgefallen ist mir aber, dass die Rezeptur auf der Karte verändert wurde. Es ist nun weniger Hefe, 3gr. anstatt 5gr., weniger Salz, 30gr. anstatt 35gr. angegeben und auch mehr Wasser, nämlich 1,2L anstatt 1L. Aber trotz genauer Befolgung der Anleitung und meiner Videoaufnahmen war der Teig wieder sehr klebrig und feucht. Das Brot auch sehr feinporig, das ging im Kühlschrank kaum auf. Vielleicht war ihm im Gemüsefach zu kalt, keine Ahnung... Ach ja, und der Brotbeutel ist nur noch ein Sack ohne Aufdruck... erbärmliche Kosteneinsparung bei dem Preis des Workshops und des Brotes...

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    1. Lieber Thorsten, ich würde hier tatsächlich bei den 5g Hefe bleiben und das Salz gibt halt auch Geschmack ins Brot, deshalb backe ich weiter mit den alten Mengenangaben. Hefeteig braucht nach einer Nacht im Kühlschrank immer viel länger als angegeben um wieder "in Fahrt" zu kommen, gib dem Teig einfach etwas mehr Zeit an einem warmen Ort, ehe du ihn weiter verarbeitest. Die Einsparungen an vielen Stellen sind uns auch bei Mein Schiff aufgefallen, leider....

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