Sonntag, 6. November 2016

Mein Weg ins Backzelt - Das Grosse Backen 2016

Vielleicht interessiert sich ja der Ein oder Andere dafür wie ich überhaupt auf die völlig verrückte Idee gekommen bin mich bei "Das Grosse Backen" zu bewerben und was man so machen und tun kann um ebenfalls ins Backzelt einziehen zu können. 
Ich möchte ein ganz klein wenig ausholen und etwas Privates von mir erzählen, wenn es euch recht ist. Ich habe im Jahr 2009 eine für mich und meine Familie schlimme Zeit erleben müssen. Eine Krebserkrankung hat mich damals für längere Zeit nicht nur körperlich sehr eingeschränkt. Die daraus resultierende Behandlung hat gut 1,5 Jahre gedauert und war, wie ihr euch denken könnt auch nicht immer schön und angenehm. In dieser Zeit habe ich von vielen lieben Freunden und meiner Familie immer wieder schöne Backbücher geschenkt bekommen, ja die Lieben wussten halt womit man mir eine Freude machen konnte. Für mich persönlich sind deutsche und englische Backbücher genauso unterhaltsam wie ein guter historischer Roman, die ich auch sehr liebe.
Als er mir wieder besser ging, habe ich dann angefangen verstärkt zu backen... Mit mehr oder weniger großen Erfolgen, meine Tochter meinte des Öfteren: "Mama, deine Kuchen sind ja immer super lecker, aber aussehen tun sie wie..." Naja, reden wir nicht drüber.
Wer will sowas schon auf sich sitzen lassen, na ich zumindest nicht und so hab ich angefangen Torten Deko Kurse, Backkurse etc. zu besuchen und versucht diese Dinge auch zu Hause umzusetzen.
Der Spaß an der Torten und Törtchen Deko war geboren und hat mich von da ab nicht mehr los gelassen.

Das Grosse Backen auf SAT. 1 war von Anfang an einer meiner Lieblingssendungen, die ich mir immer mit großer Begeisterung angeschaut habe. Natürlich hab ich auch keine Folge des British Bake Off auf Youtube verpasst. Immer wieder hab ich gedacht: Könntest du da einmal selber mitbacken?... Aber ich hatte große Zweifel gut genug dafür zu sein. Nachdem meine Tochter Vanessa in diesem Jahr auf ein Auslandssemester und Praktikum ins schöne London gezogen war, habe ich mir einen einen Wochenkurs bei Squires Kitchen in Farnham gegönnt und mit den Kursergebnissen meine Tochter und deren Kommilitonen überrascht. Zum ersten Mal hat mein liebes Kind dann gesagt: "Mutti das ist der Wahnsinn, das sieht alles so perfekt und schön aus... Du bist soweit, bewerb dich mal bei Das Grosse Backen!" Ganz ernst hab ich das erst mal nicht genommen, aber sie hat mir immer wieder von der großen Begeisterung in England für diese Show erzählt und das alle Mitstudenten von meinen Backwerken so angetan waren... Da bin ich ins Grübeln gekommen...

Gesagt, getan! Ich habe eine Bewerbungsmail an die Firma Tower Productions geschickt (hier könnt ihr euch übrigens für die nächste Staffel bewerben). Mich mit ein paar Sätzen vorgestellt und einige Bilder meiner Torten und anderen Backwerke mitgeschickt. Soll ich euch ehrlich etwas sagen: Ich hab nach dem Abschicken der Mail nicht gedacht überhaupt eine Antwort zu bekommen. Ob ihr es glaubt oder nicht, ich muss mich wohl 3 Tage vor Bewerbungsschluß gemeldet haben - Was ich natürlich nicht wusste... Und innerhalb von 15! Minuten nach Abschicken der Mail erhielt ich einen Anruf von Tower Productions und eine nette Dame sprach lange mit mir und zeigte sich so begeistert von meinen Kuchen das ich zum Casting keine 3 Wochen später nach Köln ins Fortbildungszentrum für Konditoren eingeladen wurde. Damit hatte ich nun ehrlich überhaupt nicht gerechnet und meine Gedanken haben von da an nur noch darum gekreist: 
Was backe ich dafür? 
Welches Törtchen nehme ich mit?
 Was wird den Testern dort schmecken...
Glaubt mir das hat mir schlaflose Nächte bereitet!

Nein, Spaß beiseite, ich wusste relativ schnell welchen Kuchen ich mitnehmen wollte. Mein Zitronen-Himbeer Törtchen mit eingefärbter weißer Ganache und einem trendigen Dripping Effekt sollte es sein, verziert mit selbstgemachten Macarons mit Pina Colada Füllung. Damit wollte ich die Jury zusätzlich verführen... Denn wer mag diese kleinen Leckereien eigentlich nicht?! Die Torte war relativ hoch, gut 25cm plus Deko, hatte aber nur einen Umfang von ca. 17cm, ich glaube sie war einer der kleinsten Torten an diesem Tag in Köln. Macht lieber eine kleine, feine Torte mit schönen Aromen die gleichmäßig gefüllt ist. Glaubt nicht je größer und gewaltiger der Tortenturm ist, den ihr mitbringt, dass diese Tortenmasse euch weiter bringt, das könnte ein echte Fehleinschätzung sein. Das haben wir an diesem Tag in Köln leider erleben müssen.

In Köln angekommen hieß es dann erst mal warten... Außer meinem Mann, der sich geopfert hat und mich nach Köln begleitet hat und meiner Tochter, die ja in England lebte... Habe ich tatsächlich niemand von der Einladung zum Casting erzählt.
Uns war es zu diesem Termin auch erlaubt eigenes Material und Backwerkzeug, für das "eventuelle Probebacken" in der Konditorenschule mitzubringen, selbst diese Sachen habe ich erst einmal im Auto gelassen. Ich hab nämlich gar nicht damit gerechnet die berühmte Donauwelle dort in der Konditorenschule backen zu dürfen. Unsere Gruppe wurde dort geteilt und unsere mitgebrachten Torten vom Innungsmeister der Konditoren der Stadt Köln, zwei jungen angehenden Konditorenmeistern und einer Dame von Tower Productions verkostet. Dabei mussten wir etwas zu unseren Torten erzählen und warum wir gerade dieses Törtchen für das Casting gebacken haben. Bei dieser Verkostung haben die liebe Agnes Linsen und ich schon mit unseren Kuchen nebeneinander gestanden... Auch Sabrina Klein habe ich an diesem Tag kennengelernt und fand die Mädels direkt symphatisch. Unsere Torten müssen Anklang gefunden haben, denn wir durften alle 3 die vor Ort zu backende Donauwelle herstellen... Und mussten ein erstes Casting Video Interview geben. Vor laufender Kamera werden euch Fragen gestellt, die man offen und ehrlich beantworten sollte und die sich ums Backen und ein wenig um private Themen drehen. Aber alles in sehr nettem Rahmen, da wird niemand aufs Glatteis geführt.


Mein Zitronen Himbeer Törtchen hat den Testern super geschmeckt, war aber ein klein bisschen zu wenig gefüllt. Ich hätte noch feiner Schichten sollen... Aber man lernt ja immer dazu.

Und nach dem Interview durfte ich endlich das machen, was ich immer und überall am liebsten mache...Backen!
Ihr könnt es auf dem Bild nicht sehen, aber Agnes hatte ihren Arbeitsplatz direkt gegenüber von mir und ihre Donauwelle war so schön, das ich dachte "Agnes kommt bestimmt ins Zelt", das hab ich ihr auch zum Abschied in Köln gesagt und ihr alles Gute gewünscht. Sie war so nett auch mir den Einzug ins Backzelt zu gönnen und zu wünschen... Das fand ich schon mal riesig nett, aber damit gerechnet habe ich nun wirklich nicht. Bei all den tollen Back-Kunstwerken die ich an diesem Samstag in Köln gesehen habe und den super tollen Donauwellen die dort gebacken wurden.

Mein armer Mann hat bis zum Ende des Castings tatsächlich von 9.00 Uhr morgens bis nach 18.00Uhr abends in der Kantine der Meisterschule ausgeharrt, ich war ja mit Verkostung, dem Interview und Backen beschäftigt. Aber er hat mir versichert, er hätte soviel nette Gespräche geführt und soviel tolle Kuchen probiert... Am Abend hatte er sogar ein bisschen Bauchweh, ich würde mal sagen, der Tag hat sich für ihn auf jeden Fall gelohnt. Er fand das ganze einfach nur klasse und lustig.
Die fertige Donauwelle wurde dann ohne uns Bäcker, von der Jury getestet und wir durften nach diesem ereignisreichen Tag nach Hause fahren. Man sagte uns das wir in ca. 3 Wochen Bescheid bekommen sollten, falls wir dabei sein würden. Die Castings in Berlin standen ja noch aus und wie wir gehört hatten waren in München absolute Top Hobby Bäcker angetreten. Ich hab mir also wenig Hoffnung gemacht unter die letzten 10 zu kommen.
Nach nicht einmal 14 Tagen, ich war gerade dabei meine Fenster zu putzen, ja man kann nun mal nicht immer Backen... Erhielt ich einen (also eigentlich DEN) Anruf von Tower Productions. Der liebe Stephan, der Mann mit den verrücktesten Socken "ever" rief mich an und meinte: "Setz dich mal... Du bist dieses Jahr im Backzelt in der Uckermark mit dabei!" Ihr Lieben, ich sage euch, ich habe gejubelt und geschrieen, ich glaube die haben mich noch drei Häuser weiter kreischen hören...
Ich habe es kaum glauben können und von da an hatte ich ca. 4 Wochen Zeit meine Rezepte für die Staffel auszuarbeiten, sie vorzulegen und Probe zu backen... Und glaubt mir das war dann auch eine sehr aufregende und was das Backen betrifft auch ein wenig anstrengende Zeit. Die ich aber auf keinen Fall missen möchte, gemeinsam mit meiner lieben Freundin Angelika hab ich gebacken und ausprobiert was der Backofen hergab. Allein das war schon ein Erlebnis und hat mir soviel Freude gemacht... Und das Beste lag ja noch vor mir! 
Bleibt also gespannt: Nächste Woche folgt ein Post über meine Zeit im Backzelt. 

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