Dienstag, 3. April 2018

Esterházy-Torte

Ihr Lieben, heute gibt es mal eine ganz klassische Torte die ursprünglich aus dem schönen Österreich kommt zum Kaffeeklatsch auf meinem Tisch. Ich kann es euch ja verraten, zu meiner Silber Hochzeit hatte ich meinen besten Jürgen nach Wien eingeladen, ohje das ist dieses Jahr auch schon 3 Jahre her... Ich werde alt! Und dort habe ich in vier verschiedenen Cafés jeweils ein Stück von der Esterházy Torte probiert, dabei war die Konditorei Gerstner mein persönlicher Favorit. Ich glaube ich habe mich gerade als verfressen bei euch geoutet, ihr denkt sicher ich habe in Wien nur Kuchen gegessen - Naja stimmt fast. Auf alle Fälle wollte ich diesen Tortenklassiker schon lange mal backen, aber ich dachte es ist bestimmt viel Aufwand und schwierig. Also ein bisschen Aufwand ist das Böden backen schon. Aber eigentlich viel weniger als ich dachte. Der Preis von ca. 4,20 € für so ein Stückchen Tortenhimmel ist aber - wenn man die Zutaten und die Arbeitsschritte für so einen Klassiker bedenkt - meiner Meinung nach durchaus gerrechtfertigt, denn das müsst ihr in Wien für so ein Stück oder eine Schnitte Esterházy hinlegen. Es gibt auch Rezepte aus denen man eine "Schnitte" backen kann, ich habe mich aber hier für die wirklich absolut klassische Variante der Esterházy entschieden.
Ihr liebt Haselnüsse und eine feine deutsche Vanillebuttercreme dann folgt mir in die Küche und wir fangen direkt mal mit dem Boden backen an. Es lohnt sich wirklich selbst mein Schwiegervater konnte einem zweiten Stück der Torte nicht widerstehen.



Zutaten:
für eine 26er Form - 5 dünne Böden -
250g Eiweiß (ca. 8 Eier) 
1 Prise Salz
180g extrafeinen Zucker
1Pck. Vanillezucker 
80g Mehl
1/2 TL Zimt
150g gemahlene Haselnüsse (Alternativ könnt ihr auch Walnüsse oder Mandeln nehmen)
50g flüssige, leicht abgekühlte Butter


Zubereitung:
Am besten arbeitet ihr mit 2 Backblechen und wenn ihr habt 2 Böden von 26er Kuchenformen, so könnt ihr immer im Wechsel backen und verliert keine Zeit Backofen auf ca. 190 Grad vorheizen, die Metallböden einer 26er Kuchenform einfetten und etwas größer mit Backpapier belegen, das bitte entsprechend 5x zuschneiden. 
Mehl, Nüsse und Zimt mischen, gut mit dem Schneebesen durchrühren. Die Eiweiße mit der Prise Salz aufschlagen und erst wenn der Schaum schon weiß und cremig wird, den Zucker mit und mit dazu geben. So lange schlagen bis ein dicklicher weißer Schaum entstanden ist. Die Mehl-Nuss Mischung komplett unterrühren, das geht mit einem Küchenspatel oder Schneebesen ganz einfach, nicht zuviel Volumen rausschlagen. Dann die flüssige Butter dazu geben und vollständig unterarbeiten. Wenn ihr es ganz genau machen wollt, dann wiegt ihr die Teigmenge ab, ansonsten nehmt ihr ca. 4 EL pro Backvorgang. Diese Masse wird auf den vorbereiteten Kuchenboden gestrichen und im Ofen bei Ober-Unterhiltze ca. 10 Minuten gebacken. Herausnehmen und auf ein Kuchengitter stürzen, das Backpapier direkt vorsichtig abziehen. Im Wechsel nun so 5 Böden backen. Wenn ihr zwischen die abgekühlten dünnen Haselnuss Böden ein wenig Backpapier legt, könnt ihr diese ganz einfach und ohne das sie zerbrechen hin und her bewegen.

Zutaten:
für die Füllung
450g Milch
1,5 Pck. Vanillepudding
2EL Zucker
500g weiche Butter
200g Puderzucker
1EL Vanillepaste 
1 Schnapsglas Rum (optional, wenn Kinder mitessen, einfach weglassen) 


 Zubereitung:
Puddingpulver und Zucker mit 6EL Milch glatt rühren, übrige Milch aufkochen und einen sehr steifen Pudding nach Packungsanleitung zubereiten. Den fertigen Pudding in eine Schüssel füllen und direkt mit Frischhaltefolie abdecken. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
Butter, Puderzucker und Vanillepaste ganz schaumig in der Küchenmaschine aufschlagen lassen, den Pudding eventuell mit dem Handrühgerät glatt rühren bevor ihr ihn Esslöffelweise in die schaumige Buttermasse schlagen lasst. Alles zu einer feinen Buttercreme schlagen lassen. Bei Zimmertemperatur bis zum Füllen stehen lassen, im Kühlschrank wir die Masse zu schnell fest.

Zur Fertigstellung braucht ihr noch Aprikosenmarmelade, diese wird aufgekocht und durch ein Sieb gestrichen, sodass sie ganz glatt und ohne Fruchtstücke ist.

Zusätzlich ca. 100g gehobelte Mandeln  


Für den Fondantguss:
200g Puderzucker, Saft 1/2 Zitronen, 1 Eiweiß  (+ 2 EL Kakao + 1TL Wasser)
Alle Zutaten bis auf den Kakao in eine kleine Schüssel geben und über einem Wasserbad unter rühren erhitzen unter rühren solange bis eine weiße dicklich Masse entsteht. 2EL abnehmen und diese mit dem Kakaopulver mischen, sollte es zu fest sein ein bisschen Wasser dazu geben, in einen kleinen Spritzbeutel füllen.

Wie die Esterházy Torte fertig gestellt wird, ist einfacher unten am Anschnitt erklärt.



Einen Boden auf eine Tortenplatte eurer Wahl mit ein bisschen Buttercreme aufkleben. Eine nicht zu dicke Lage Buttercreme aufstreichen und den 2ten Boden auflegen, wieder mit Buttercreme bestreichen. So fortfahren bis alle Böden verbraucht sind, mit einer glatten Oberseite des Kuchenbodens oben abschließen. Die Seiten der Torte mit der restlichen Buttercreme schön glatt abstreichen. Die Oberseite der Torte mit der Aprikosenmarmelade glasieren. Dann für mindestens 1 Stunde in den Kühlschrank stellen. Die Fondantglasur bitte erst dann fertigstellen.
Erst gebt ihr mit einer Palette die weiße Glasur auf die Oberfläche der Torte und streicht sie zügig glatt. Die Kakao Glasur mit dem Spritzbeutel, (von diesem nur eine kleine Ecke abschneiden) kreisförmig auf die helle Glasur spritzen. Dann sofort mit z.Bsp. einem Schaschlikspiess einmal im Wechsel rauf und dann runter das Spinnennetz Muster in die noch feuchte Masse ziehen. Das Stäbchen bei jedem Durchziehen mit einem Stück Küchenpapier abwischen. Wichtig ist das ihr hier wirklich im Wechsel rauf und runter zur Mitte der Torte arbeitet. Nun nur noch den Rand der Torte mit den Mandelblättchen verzieren. Die halten ganz wunderbar, indem man sie leicht mit der flachen Hand in die Buttercreme eindrückt. Die Esterházy Torte ist zurecht ein immer noch beliebter Tortenklassiker in Österreich. Ein ganz feines und köstlich schmeckendes Törtchen. 
Probiert sie unbedingt einmal aus, es lohnt sich!


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